26. März 2012 | Von | Kategorie: Knowhow, Strategie, Virtual Office

Mitarbeiter im Internet: Vertrauen statt Kontrolle

(c) Gerd Altmann/AllSilhouettes.com  / pixelio.deFlexible Arbeitszeiten, Telearbeit, weltweit verfügbare Freelancer. Unternehmen deren Kernkompetenz in wissensbasierter Arbeit liegt, können diese durch die rasante technische Entwicklung immer weiter ins Internet verlagern. Dies verändert aber auch das Verhältnis zu Mitarbeitern und Freelancern radikal. Aus einer Kultur des Anschaffens und Kontrollierens entwickelt sich zunehmend eine von Vertrauen und Delegieren.

Einige Unternehmen sprechen bereits von einer Ablösung der flexiblen Arbeitszeiten durch Vertrauensarbeitszeit: hier gibt es überhaupt keine Kontrolle der Arbeitszeit mehr. Zumeist ist die Arbeitszeit pro Tag oder Woche noch im Vertrag geregelt – wann der Mitarbeiter aber seine Arbeit beginnt und wann er sie beendet, bleibt ihm überlassen. Immer häufiger trifft man aber auch schon eine vollständige Auflösung des Zeitrahmens an. Dann werden ausschließlich Ziele delegiert und die Zielerreichung kontrolliert. Somit rückt die Erledigung von Aufgaben oder Erreichung von Zielen in den Vordergrund, die Präsenzleistung der Mitarbeiter tritt in den Hintergrund.

Die Vorteile dieser Entwicklung:

  • Wegfall von Arbeitszeitkontrollsystemen
  • Fokussierung auf Zielerreichung statt Zeitabsitzen
  • Mehr Flexibilität für Mitarbeiter, Arbeitgeber wird attraktiver.
  • Weniger Räumlichkeiten nötig durch mehr Telearbeit
  • Bedarfsgerechte Ressourcen-Aufstockung durch einfache Integration von Freelancern in virtuelle Teams

Allerdings gibt es auch Nachteile, die man nicht verschweigen darf.

Neue Infrastruktur: So müssen Unternehmen zunächst einmal überhaupt erst die Infrastruktur für virtuelles Arbeiten schaffen. Jeder Mitarbeiter muss über Browser oder Remote-Zugang Zugriff auf alle relevanten Systeme erhalten, und benötigt Laptop und oder Smartphone und eine schnelle Internetverbindung.

Instabile Work-Life-Balance: Die enorm gesteigerte Selbst-Verantwortlichkeit des Mitarbeiters kann von diesem aufgrund mangelnder Motivation oder Wissen nicht immer sinnvoll genutzt werden. Während manche Mitarbeiter die Freiheit zum Faulenzen nutzen oder emotional verarmen, steigern sich andere mit Wochenend-Arbeiten, Nachtschichten und Zielerreichungsstress in ein passables Burnout.

Der Arbeitgeber muss dem vorbeugen, indem er regelmässige Mitarbeiter-Gespräche führt (Feedback) und die Zielerreichung aufmerksam kontrolliert – sowohl ein zu viel, als auch ein zu wenig. Der Mitarbeiter wird mehr und mehr zum selbständigen Partner. Wer zum Selbst-Management noch nicht in vollem Maße in der Lage ist, sollte seitens des Unternehmens durch Kurse und internes Coaching unterstützt werden. Ziel ist letztlich ein selbständiger und hochproduktiver, mit der Life/Work Balance zufriedener Mitarbeiter. Führung durch Vertrauen bedeutet, dass der Freelancer oder Arbeitnehmer das Gefühl hat, seitens des Arbeitgebers sowohl gefordert, als auch gefördert zu werden.

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