12. August 2014 | Von

“Marketing-Chefs müssen ihre Datensilos zusammenführen”

Vlad Gozman ist einer der Innovatoren in der Österreichischen Digital-Szene. Im Interview mit Website-Manager stellt er sein neues Projekt einer Online-Marketing Plattform vor und spricht über seine Einschätzung der Startup-Szene in Österreich.

Vlad Gozman

Vlad Gozman: Marketiers müssen ihre Daten-Silos aufbrechen (c) Vlad Gozman

Website-Manager: Herr Gozman, Sie sind innerhalb von wenigen Jahren hier in Österreich zu einer bekannten Persönlichkeit in der Startup- und Innovations-Szene geworden. 

Vlad Gozman: Ich komme ursprünglich aus Rumänien und bin seit dem Jahr 2010 in Österreich. Mein erstes Projekt war es, die TedX Lizenz für Wien zu nehmen und hier eine Community aufzubauen. Mittlerweile machen wir das schon fünf Jahre, und haben 18 Events organisiert, davon sechs größere. Die TedX war ein Herzensthema für mich – die Chance auf einem Non Profit Level etwas Inspirierendes zu machen. Es ging darum eine Sektion für neue Medien und Technologien aufzubauen, so etwas wie der MIT Media Lab in Konferenz-Form. Das wollte ich auch in Wien haben.

Neben den TED Aktivitäten sind sie auch selbst in einigen interessanten Projekten aktiv.

Ja, ich bin Partner bei 5invest – Habe im Rahmen dessen das Unternehmen adspired technologies gegründet, mit adverity als einem der Produkte. Hier geht es um eine Online-Marketing Plattform. Das andere Produkt ist CIUVO – eine Technologie für kontextuelles Advertising. Im Wesentlichen handelt es sich um ein Browser-Addon, das den User beim Shoppen begleitet und im Moment des Kaufes andere Shops oder Gutscheine anbietet. Also Information wo man das Produkt günstiger kaufen kann. Der User bezahlt nichts und bekommt aber einen guten Wert.

Mittlerweile sind wir mit CIUVO in über 160 Ländern vertreten und haben vier bis fünf Mio. User. Ein interessantes Feature ist auch der Twitter Bot: Man kann Tweets abschicken mit einem Produktnamen und erhält in realtime einen Link zum günstigsten Preis.

Kommen wir zu Adverity – wie kamen Sie dazu, Unternehmen beim Online Marketing zu unterstützen?

Mein Partner und Adverity Mitgründer ist Andreas Glänzer, ein ehemaliger Google Mitarbeiter. Er kommt aus der Media Ecke – ich komme aus der Ecke der neuen Technologien. Die Idee war es, diese beiden zu vereinen und ein spannendes Produkt auf den Markt zu bringen. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um ein BI Tool – Intelligence und Analytics. Diese Technologien sind erst in den letzten zwei Jahren im Marketing Bereich aufgebrochen. Dort gibt es sehr viele Daten aber bis jetzt keine intelligente Auswertung.

Was ist der Vorteil von Adverity?

Marketer, sowohl Werbetreibende als auch Media Agenturen, haben das Problem dass es sehr viele Kanäle mit Marketing Relevanz gibt. Zum einen Werbeplattformen wie Facebook und das Google Display Network, zum anderen auch Offline-Aktivitäten wie Print oder TV. Dann gibt es zahlreiche Visibility Plattformen wie Analytics oder Metrix für DACH Region, wo man messen kann was passiert. Zusätzlich gibt es Adserver welche Werbung steuern, sowie Repositories auf CRM und eCommerce Ebene. Wir nennen das Daten Silos, weil die Daten dort eingekapselt sind. Alle Systeme bieten zwar für sich Reporting Funktionen – aber um den Überblick zu bekommen muss man sie zusammenführen. Und das Problem bis heute ist, dass Marketers die Daten-Zusammenführung bis heute noch in Spreadsheets machen. Der Grund dafür ist simpel dass alle Systeme eine Export Funktion mit .csv haben. Das ist aber ein langwieriger, mühsamer Prozess der oft fehlerhaft ist. Adverity kommt nun als agnostische Plattform und bricht diese Datensilos auf, macht die Daten vergleichbar und führt sie in ein gemeinsames Repository über.

Was ist das Ziel dieses Online-Services?

Der erste Benefit ist die Automatisierung des Reportings. Der zweite Vorteil ist es, Ad Hoc Analysen fahren zu können, mit Live Dashboards und aktuellen Daten. Ein weiteres Ziel ist natürlich auch die Bewertung der Kanäle. Man kann dann sagen, welcher Kanal – unter Berücksichtigung von Saisonalität, Wetter, etc. – besser performt als der andere.

Welches Attribuierungs-Modell verwenden Sie um die Leistung unterschiedlicher Kanäle bewerten zu können?

Im Moment haben wir derartige Modelle wie Last oder First Click noch nicht. Man kann sich mit den Daten selbst im System spielen und unterschiedliche Wertigkeiten zuordnen. Wir tracken nichts Zusätzliches, sondern nehmen nur Daten von bestehenden Kanälen.

ROI Berechnungen um herauszufinden wie gut einzelne Marketing-Aktivitäten funktionieren gibt es auch, sie sind aber im Moment dem Marketer überlassen. Zu einem späteren Zeitpunkt soll es eine automatische Analyse geben mit unterschiedlichen Attribuierungs-Modellen.

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Mit welchen Kosten müssen Unternehmen rechnen?

Wir sind seit drei Monaten aus der Beta Phase, die Preise sind abhängig von Fesatures und Datenvolumen, und noch nicht ganz fix, wir spielen noch mit unterschiedlichen Modellen. Wir haben derzeit etliche zahlende friendly Customers wie TUI oder UPC – im Moment sind die Preise ab einem vierstelligem Bereich pro Monat.

Was ist der Unterschied zur Adobe Marketing Cloud?

Wir werden uns vor allem preislich unterscheiden. Wenn man einen echten Mitbewerber nennen würde, wäre es sicher Adobe. Unsere Funktionalitäten sind ähnlich, aber günstiger.

Gibt es Pläne die Software auch im Massenmarkt anzusetzen?

Wir spielen das gerade durch mit verschiedenen Features. Ab einer konstanter Nutzung von mindestens zwei Kanälen macht der Einsatz unserer Software Sinn. Aus genau dieser Überlegung haben wir Adverity auch als ein internationales Produkt angelegt. Im Moment konzentrieren wir uns aber noch auf den DACH Markt. Die Entwicklung findet auch vollkommen in Österreich statt – insgesamt sind wir 20 Leute.

Wie beurteilen Sie die Startup Szene in Österreich?

Ich denke sie floriert in Österreich. 2010 gab es nur exklusive Kreise die sich Startup genannt haben. Jetzt ist es in die große Masse gekommen, durch Initiativen wie Austrian Startups, das Pioneer Festival, oder die Puls 4 Startup Show. Es gab viel Medienwirbel um das Thema und es ist am Wachsen. Es gab auch einige Success Stories, wo große Summen investiert wurden, ZB Wikifolio (Trading Plattform), Spock (Mobiler Flohmarkt), Runtastic (Sport), oder ältere wie 123people.com. Ehemalige Gründer werden immer mehr zu Investoren. Immer mehr junge Leute wollen bei uns Internships machen und Erfahrung in einem Startup sammeln.

Ich bin auch Mitgründer und Board Member bei Austrian Startups. Hier entwickeln wir gerade eine Förder-Übersicht, wo man interaktiv nach relevanten Förderungen filtern kann. In Österreich gibt es sehr viele Förderungen zu sehr guten Konditionen, als Unternehmer fehlt aber oft der Überblick. Unser Fokus dort ist Ressourcen für Startups aufzubauen. Investoren, Startups, Co-working Spaces sollen unter einen unparteiischen, Non Profit Hut gebracht werden.

Danke für das Interview!

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